Offizielle Übergabe des
historischen Stundensteines am Dorfplatz

 

 Stundenstein aus Dornröschenschlaf erwacht
Festliche Übergabe zum Auftakt der Dörfleser Kirchweih -
Eine Rarität imnordbayerischen Raum

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Die feierliche Übergabe eines außerordentlich seltenen Stundensteines vor großem Publikum
war ein denkwürdiger und gelungener Auftakt zur Dörfleser Kirchweih 

Stundensteine, an denen sich die Menschen bis 1872 in Bayern orientierten,
sind schon längst eine absolute Rarität geworden, denn nach der Umstellung
auf Kilometerangaben sind diese Orientierungspunkte kurzerhand umgearbeitet worden.

Eine Wegstunde betrug 3707,49 Meter.
Durch einen glücklichen Umstand hat ein solcher Stein im Kronacher Stadtteil Dörfles
die Zeiten überstanden und ist nun eine Rarität im nordbayerischen Raum.
Er war als Säule in einen Gartenzaun im Anwesen Josef Schmidt integriert.

Nun ist dieses uralte Relikt - das immerhin zwölf Zentner wiegt - aus seinem Dornröschenschlaf erwacht
und ziert die Ortsmitte im Bereich der Brücke zum Kalkwerk.
Die wuchtige Sandsteinsäule mit der Inschrift
"1 Stunde von Kronach" erinnert vor alleman
den stürmischen Wandel in den vergangenen zwei Jahrhunderten.

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Auf Initiative von Kreisheimatpfleger Roland Graf
erfolgte durch Restaurator Wilhelm Keim junior eine gelungene Instandsetzung.

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 Spontan übernahmen die örtlichen Vereine unter dem Dachverband "Dörfleser Kirchweihgesellschaft"
mit Vorsitzendem Joachim Schaller ander Spitze die Finanzierung.
Zur offiziellen Übergabe war ganz Dörfles auf den Beinen,
um zum Kirchweihauftakt dieses außergewöhnliche historische Ereignis zu verfolgen.

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 Den würdigen Festakt umrahmten die "Flotten Franken" unter der Stabführung von Ludwig Schmidt
in gewohnt zünftiger Weise.
Vor der feierlichen Enthüllung durch Landratsstellvertreter Joachim Doppel
und Bürgermeister Manfred Raum informierte Kreisheimatpfleger
 

Roland Graf über den einstigen Stellenwert der Stundensteine.
Früher waren sie für die Reisenden außerordentlich wichtig,
denn auf ihnen konnten die zeitlichen Angaben in Wegstunden zum nächsten größeren Ort gelesen werden.
Graf: "Die Stunde als Längenmaß differierte in Deutschland von  Land zu Land.
Als noch in Fuß, Zoll, Elle und Klafter gemessen und gerechnet wurde,
entsprach die Wegstunde in Bayern der Entfernung von 12703 Fuß.
Die geometrische Stunde, Post- oder Wegstunde in Bayern ergab nach der
Umrechnung in Dezimal 3707,49 Meter.


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Der Kreisheimatpfleger lobte das Entgegenkommen von
Josef Schmidt und Gerhard Wagner sowie die Unterstützung
durch die örtlichen Vereine. "Die Dörfleser haben mit ihrem finanziellen Beitrag
erneut viel Heimatliebe bewiesen", so Roland Graf.


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Kronachs Bürgermeister Manfred Raum, der im Beisein zahlreicher Ratsmitglieder
den Dörflesern seinen Dank abstattete, zeigte sich beeindruckt von dieser Rarität aus alter Zeit.
Mit diesem Stundenstein werde an die geschichtliche Entwicklung an hervorragender Stelle erinnert.


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Die Ortsgemeinschaft  habemit der Finanzierung einen ausgezeichneten Beitrag
für die Historie geleistet, betonte das Kronacher Stadtoberhaupt. Stellvertretender Landrat JoachimDoppel, der die Glückwünsche des Landkreises Kronach überbrachte,
zeigte sich angenehm überrascht von dieser nun sehr
selten gewordenen "Orientierungshilfe" aus alter Zeit. Joachim Doppel:
"Diese Säule ist ein Gegenpol zu unserer hektischen Zeit."
Deshalb sei die Reaktivierung außerordentlich bedeutsam,

 denn die Menschen von damals seien mit der Zeit völlig anders umgegangen.

 Der Landratsstellvertreter anerkannte auch die Bereitschaft der
Kirchweihgesellschaft in Verbindungmit Kreisheimatpfleger RolandGraf,
mit dieser Initiative die Heimat zu bereichern.

 
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Der Vorsitzende der Dörfleser Kirchweihgesellschaft, Joachim Schaller,
erwähnte in seinen Dankesworten, die vor allem an Roland Graf,
Josef Schmidt,Gerhard Wagner, Wilhelm Keim und an Angelika Kempf gerichtet waren,
die spontane finanzielle Zusage aller Ortsvereine.  
"Auf dieses Gemeinschaftswerk kann Dörfles stolz sein",
so abschließend Joachim Schaller.
 Die Kreisheimatpfleger Thomas Heider und Gerd Fleischmann sowie
Bernd Graf von der Kreisheimatpflege im Landratsamt Kronach zeigten sich ebenfalls
erfreut über den wichtigen historischen Beitrag durch die Dörfleser.

Bericht G.Fleischmann