Vorentscheidung - Fulda-Challenge 2007
Geli Kempf ist in Kanada dabei

Die Fulda-Challenge zählt zu den bekanntesten und spektakulärsten Wettbewerben des internationalen Winter-Extremsports. Mehr als 25.000 Interessenten aus ganz Europa bemühen sich regelmäßig um ein Startticket, das ihnen die Teilnahme an einem beispiellosen Sport- und Naturereignis in "Kanadas wahrem Norden" verspricht. Wer als deutscher Teilnehmer beim Finale im kanadischen Polarwinter antreten darf entscheidet der Ausscheidungswettkampf in Sulden am Ortller, in den Südtiroler Alpen.
Die 20 Teilnehmer für diese Vorentscheidung werden anhand der Internetbewerbungen ausgewählt.
Die Zehn Frauen und Männer werden in je zwei Gruppen aufgeteilt. Der jeweilige Gruppensieger gewinnt die Teilnahme für den Länderkampf in Kanada.

b1.jpg
Eventleiter und Rennfahrerlegende Hans-Joachim Stuck 

Ich habe mich lange mit der Entscheidung gequält, ob ich tatsächlich antreten soll, denn schließlich war 5 Tage vorher mein erster Marathonlauf in Berlin geplant, für den ich mich mit der Gruppe Reha-Team Kronach ein Jahr lang vorbereitet hatte. Die meisten meiner Bekannten haben mich für total verrückt erklärt, als ich mich für die Teilnahme an beiden Wettbewerben entschieden habe. Um zusätzlich für die Challenge zu trainieren habe ich ab Anfang August speziell Bergläufe ins Trainingsprogramm aufgenommen.

In Sulden bei der Qualifikation gibt es den ersten Vorgeschmack auf das Extremsport-Event in Kanada. 5 Disziplinen, die an zwei Tagen in dünner Luft auf anspruchsvollem Gelände ausgetragen werden. Alle Wettbewerbe finden auf über 2000 m Höhe statt. Neben Ausdauer und Kraft auch Geschicklichkeit gefordert. Hier gewinnt nicht unbedingt der Top-Ausdauerathlet sondern der Allrounder, der sich in allen Disziplinen gut schlägt.

b2.jpg

"Tree-Climbing"

Die erste Aufgabe ist ein Geschicklichkeitstest, der es in sich hat. Mit Steigeisen an den Füßen, von der Bergwacht gesichert, muss ein Baumstamm möglichst schnell bis zu einer Höhe von elf Metern erklommen werden.

 

 

 

 

"Mountainbike-Rennen"

Auf einer landschaftlich herrlichen Rennstrecke wechselten sich Trials, rasante Abfahrten und deftige Steigungen mit mehreren Serpentinen ab.

Eigentlich bin ich nach Sulden gefahren, um Spaß zu haben, mich halbwegs gut zu schlagen und vielleicht nicht Letzte zu werden. Nach dem ich die beiden ersten Disziplinen in meiner Gruppe gewinnen konnte, wurde mir langsam klar, dass ich nun tatsächlich um das begehrte Ticket nach Kanada kämpfen würde.

 

 

 

b4.jpg

b3.jpg

"Tire-Park"

Wie hart ein kurzer Berglauf mit geschultertem Reifen sein kann, wurde am Samstagnachmittag schnell klar. Auf einem hochalpinen Geröll-Parcours musste der Reifen im Dauerlauf über ein Schotterfeld bergauf bis zu einem Wendepunkt und wieder zurück getragen werden.

Hier musste ich mich einer starken Gegnerin geschlagen geben und landetet auf Platz zwei. Ich durfte nun beim Off-Road Fahren keine großen Fehler machen, denn ich hatte keine Ahnung,, ob meine Kräfte noch für den tags darauf folgenden Berglauf reichen würden.

 

 

"Offroad-Parcours"

Geschicklichkeitsfahren im Offroad-Gelände. Der PS-starke Touareg musste schnell und gefühlvoll durch die vorgegebene Strecke gefahren werden. Der Schwierigkeitsgrad wurde durch eng gesteckte Pylone erhöht, die nur wenige Zentimeter Spielraum ließen und beim touchieren Strafzeiten zur Folge hatten.

Meine härteste Gruppenkonkurrentin konnte hier leider nicht genügend Punkte holen. Nach dem ich auch das Offroad Rennen gewonnen hatte, konnte ich dem am nächsten Tag bevorstehenden Mountain-Run schon etwas gelassener entgegen sehen.

b5.jpg

b6.jpg

"Mountain-Run"

Als letzte der insgesamt fünf Disziplinen fand der Berglauf über 1000 Höhenmeter statt.

In den oberen Bergregionen bei über 2600 m wurde vor allem beim anschließenden Bergablaufen das rund 6 km lange Rennen wegen dichten Nebelfeldern erschwert.

 

Auch diese Disziplin konnte ich in meiner Gruppe gewinnen.

 

Eventleiter und Rennfahrerlegende Hans-Joachim Stuck gratulierte anschließend den Gewinnern der Qualifikation. Das Team Toyota wird mit Angelika Kempf, Kronach und Simon Euler aus Erlangen ins Rennen gehen. Für das Team Lowa starten die Triathleten Jasmin Günther, Koblenz und der Vizeweltmeister im Wintertriathlon, Sascha Wingenfeld aus Fulda.

Quer durch das Yukon Territory in Kanada, führt Ende Januar/Anfang Februar 2007 der Weg der Fulda-Challenge.

2500 endlose Kilometer auf den Spuren des großen Goldrauschs. Schweißtreibend bei minus 50 Grad Celsius. Schittenhunderennen, Mountainbike, Langlauf und anderen Disziplinen werden von den Teilnehmern Ausdauer, Sportlichkeit, gepaart mit Teamgeist, Geschicklichkeit und Orientierungssinn in der kanadischen Wildnis abverlangen. Die unterschiedlichen Disziplinen, haben nur zwei Dinge gemeinsam haben: sie werden in Eis und Schnee ausgetragen, und sie gehen bis an die Leistungsgrenze. Geschlafen wird im Zelt unter dem Nordlicht, inmitten der bizarren, unwirklichen Natur.

Den Gewinn muss ich erst noch verarbeiten. In Kanada zählt dann für mich nur noch der olympische Gedanke, denn ich erwarte ein sehr hohes Leistungsniveau der anderen Teilnehmer. Ich hoffe, ich bleibe gesund und kann an diesem tollen Abenteuer teilnehmen. Für mich heißt es  jetzt weiterhin Ausdauer und Kraft trainieren. Vielleicht sollte ich ab und zu schon mal im Kühlschrank schlafen. ;-))))

b8.jpg

b7.jpg